Zwischen Wolff und Kant. Deutsche Philosophie 1754-1804. Digitalisierung ausgewählter Titel.
"Die Epoche zwischen 1754 und 1804, die durch die Todesjahre von Christian Wolff und Immanuel Kant markiert wird, stellt für die Philosophie im deutschsprachigen Raum eine Phase des Umbruchs dar. Die Vormachtstellung des Wolffianismus erodierte, ohne dass dieser von einer vergleichbar einflussreichen Strömung abgelöst wurde. Dies äußerte sich einerseits im verstärkten Blick auf das Ausland, andererseits methodisch in dem, was oft despektierlich als Eklektik bezeichnet wird. Es setzt nicht nur eine breitere Rezeption des angelsächsischen Empirismus ein, sondern auch des in erster Linie französischen Materialismus. Ebenso entwickelte sich ein starkes Interesse am medizinisch-physiologischen Verständnis des Menschen in den nun populär werdenden Anthropologien. Nicht zuletzt stellen die Diskussionen dieser Zeit den unmittelbaren Kontext dar, in dem sich die Philosophie Kants herausbildet. Sein Unternehmen, Rationalismus und Empirismus zu vereinigen, steht nämlich nicht isoliert da. Es zeigt sich vielmehr, daß dieses Bemühen geradezu kennzeichnend für die deutschsprachige Philosophie seiner Zeit ist.
Die gegenwärtige Forschung wendet sich der Phase zwischen Wolff und Kant verstärkt zu, leidet dabei jedoch unter der schwierigen Zugänglichkeit der Quellen. Von wenigen Ausnahmen wie Moses Mendelssohn, Hermann Samuel Reimarus oder Johann Heinrich Lambert abgesehen ist die philosophische Literatur dieser Zeit heute nur noch in wenigen Bibliotheken zu finden. Mit der vorliegenden Sammlung sollen wichtige Texte der Zeit erstmals wieder allgemein zugänglich gemacht werden. Zunächst wird sie sich auf die Werke von Christoph Meiners, Michael Hißmann, Johann Georg Feder und Dieterich Tiedemann konzentrieren, die dem Empirismus besonders nahestanden."
(Quelle: http://www.hab.de/bibliothek/wdb/projekte.htm)



Projektort: Wolfenbüttel